Wie gut ist Ihre Hausverwaltung?
Wir Hausverwalter werden oft bewertet, und ich glaube, fast jeder, der schon einmal mit einem Verwalter zu tun hatte, hat sein eigenes Bild von diesem Beruf. Einige von euch haben gute Erfahrungen gemacht, andere leider nicht.
Aus eigener Erfahrung habe ich das Gefühl, dass der Beruf des Immobilienmaklers den schlechtesten Ruf in der deutschen Immobilienbranche genießt – allerdings befürchte ich, dass der Hausverwalter dicht darauf folgt. Da leider manche Kollegen sowohl Eigentümer als auch Mieter getäuscht haben, ist unser Berufsstand für viele Menschen nicht mehr hoch angesehen. Als Hausverwalter finde ich das sehr schade, habe aber keinen direkten Einfluss darauf – jeder ist, wie er ist!
Doch die Art und Weise, wie wir Hausverwalter mit unseren Kunden umgehen, sagt viel über uns als Personen aus. Ich bin überzeugt, dass unser Charakter maßgeblich beeinflusst, wie wir unsere Geschäfte führen.
Nach vielen Gesprächen mit Eigentümern, Mietern und Kollegen habe ich gemerkt, dass oft wertvolle Charaktereigenschaften eines guten Hausverwalters übersehen werden. Es ist eine Sache, ob ich meine fachliche Arbeit erledige; es ist eine ganz andere, wie wir miteinander kommunizieren. In diesem Beitrag möchte ich die Aufmerksamkeit auf ein paar dieser Eigenschaften lenken:
1. Menschlichkeit
Da Hausverwaltung eine Dienstleistung ist, die bezahlt werden muss, ist die Beziehung zwischen Eigentümern und Verwaltern oft rein transaktional – ein Geben und Nehmen. Man benötigt Unterstützung in der WEG- oder Mietverwaltung, bestellt einen Verwalter und hat nach der Bezahlung Anspruch auf die Leistung. Oft wird die Beziehung dabei nicht gepflegt, weil der Austausch von Geld gegen Leistung über dem Zwischenmenschlichen steht. Ist das nicht traurig?
2. Vertrauen
Viele sagen, Verwaltung sei Vertrauenssache. Doch was bedeutet das wirklich? Ein Verwalter verwaltet Ihr Vermögen – ist das automatisch Vertrauen oder nur eine vertragliche Gestaltung? Vertrauen wird nicht beim Vertragsabschluss gewonnen, es muss wachsen. Da sich 99 % der Eigentümer für das günstigste Angebot entscheiden, frage ich mich: Ist das wirklich Vertrauen? Oft entscheidet man sich eher für jemanden, der sympathisch wirkt und bezahlbar ist. Wahres Vertrauen entsteht erst viel später – oder manchmal leider gar nicht. Es muss über Jahre hinweg verdient werden.
Es gibt Hausverwaltungen, die großen Wert auf den menschlichen Aspekt legen. Sie interessieren sich mehr für Sie als Mensch als nur für die Transaktion. Suchen Sie nach Verwaltern, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen – denn wir bedienen nicht nur ein Objekt, sondern die Menschen dahinter.
3. Respekt
Respekt ist ein interessantes Wort. Meiner Meinung nach zeigt sich Respekt nicht erst in Konflikten, sondern im Alltag: Wenn Ihr Verwalter auf E-Mails antwortet, sich zuverlässig meldet und zu seinem Wort steht. Wenn ich von Eigentümern höre: „Ich kann meinen Verwalter nicht erreichen“ oder „Er hat nie Zeit für mich“, schüttle ich den Kopf. Als Eigentümer zahlen Sie monatlich einen Betrag und haben damit ein Recht auf Gehör. Bitte unterschätzen Sie nicht die Bedeutung von Respekt in diesen kleinen Dingen.
4. Kommunikationsfähigkeit
Was ist eigentlich Kommunikationsfähigkeit? Für mich bedeutet es nicht die bloße Häufigkeit, sondern die Zuverlässigkeit und Erreichbarkeit. Bekomme ich eine Rückmeldung oder muss ich drei Tage später erneut anrufen? Tut mein Verwalter, was er versprochen hat? Die Disziplin, die hinter einer funktionierenden Kommunikation steckt, wird oft unterschätzt. Wenn Ihr Verwalter kommunikativ und zuverlässig ist, haben Sie im „Lotto der seriösen Hausverwalter“ bereits gewonnen.
5. Die Fähigkeit, sich zu entschuldigen
Fehler sind menschlich. Der Unterschied liegt darin, ob man zu seinen Fehlern steht. Eine aufrichtige Entschuldigung stellt Vertrauen wieder her – im geschäftlichen wie im privaten Bereich. Solange man mit Menschen zu tun hat, gehören Emotionen und Fehler dazu. Ein guter Verwalter weiß, dass er trotz seines Mandats Größe zeigen und sich bei Unstimmigkeiten entschuldigen muss. Das gilt natürlich für beide Seiten – Verwalter, Mieter und Eigentümer. Wir sind schließlich alle nur Menschen.




