Räumungsklage im Mietrecht

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Räumungsklage im Mietrecht

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Was sind die häufigsten Gründe für eine Klage? #

Am häufigsten wird geklagt, wenn der Mieter seine Miete nicht zahlt (Zahlungsverzug). Hier gilt: Ab zwei Monatsmieten Rückstand ist eine fristlose Kündigung möglich. Andere Gründe sind schwere Störungen des Hausfriedens oder die unerlaubte Untervermietung.

Muss ich vor der Klage immer abmahnen? #

Bei einer ordentlichen Kündigung (z. B. Eigenbedarf) ist keine Abmahnung nötig. Bei einer fristlosen Kündigung wegen Fehlverhaltens (z. B. Lärm) ist eine vorherige Abmahnung meist Pflicht. Bei Zahlungsverzug ist sie gesetzlich nicht zwingend, wird aber oft empfohlen.

Kann ich das Schloss einfach austauschen, wenn der Mieter nicht auszieht? #

Nein! Das wäre eine ,,verbotene Eigenmacht“ (kalte Räumung). Der Vermieter macht sich schadenersatzpflichtig und der Mieter kann sich per einstweiliger Verfügung sofort wieder Zugang verschaffen. Nur ein Gerichtsvollzieher darf räumen.

Was ist ein Räumungstitel? #

Das ist das rechtskräftige Urteil des Gerichts. Erst mit diesem Dokument in der Hand darf der Gerichtsvollzieher beauftragt werden, die Wohnung zwangsweise zu räumen.

Kann der Mieter die Klage durch Zahlung stoppen? #

Ja, bei einer fristlosen Kündigung wegen Mietrückstands gibt es die Heilungsmöglichkeit. Zahlt der Mieter innerhalb von zwei Monaten nach Zustellung der Klage alle Rückstände, wird die fristlose Kündigung unwirksam. Eine gleichzeitig ausgesprochene ordentliche Kündigung bleibt davon jedoch oft unberührt.

Wie lange dauert eine Räumungsklage? #

Das Verfahren kann langwierig sein. In der Regel dauert es zwischen 6 und 12 Monaten, in schwierigen Fällen sogar deutlich länger. Dies hängt stark von der Auslastung des Gerichts und der Gegenwehr des Mieters ab.

Wie kann der Mieter das Verfahren verzögern? #

Oft werden gesundheitliche Gründe oder ,,unzumutbare Härte“ (z. B. hohes Alter, Schwangerschaft) angeführt. Auch das Bestreiten von Mängeln oder der Zugang der Kündigung sind typische Verzögerungstaktiken.

Gibt es eine Räumungsfrist? #

Ja, das Gericht kann dem Mieter im Urteil eine angemessene Frist einräumen, um eine neue Wohnung zu finden (meist 1 bis 3 Monate).

Was passiert mit den Möbeln des Mieters? #

Bei einer klassischen Räumung werden diese durch ein Transportunternehmen eingelagert. Die Kosten dafür muss der Vermieter vorstrecken, kann sie sich aber später theoretisch vom Mieter zurückholen.

Was ist die ,,Berliner Räumung“? #

Dies ist eine kostensparende Variante. Hierbei tauscht der Gerichtsvollzieher nur die Schlösser aus und setzt den Vermieter in den Besitz der Wohnung. Die Möbel bleiben in der Wohnung (Vermieterpfandrecht). Das spart hohe Speditions- und Lagerkosten.

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